Über Pais
Die Ausgangslage
Schlagzeilen über die Schwierigkeiten der Schulen mit Geld- und Lehrermangel einerseits und mit zunehmender Gewaltbereitschaft, Drogenproblemen und Sozialisationsdefiziten der Jugendlichen andererseits alarmieren immer wieder die Gesellschaft. Ändern tut sich dadurch aber wenig. Doch die Verantwortung für die nachwachsende Generation ist der Schlüssel für ein gelingendes Miteinander in der Gesellschaft von morgen. Durch Gruppenangebote, Freizeiten, Jugend-Events und Kindergottesdienste haben christliche Gemeinden traditionell Verantwortung für Kinder und Jugendliche übernommen. Dabei wurden allerdings oft nur die Kinder der eigenen Gottesdienstbesucher erreicht. Dem wollen wir durch ein Engagement für Jugendliche, das dort ansetzt, wo Kinder und Jugendliche einen Großteil ihrer Zeit verbringen, nämlich in der Schule, entgegenwirken. In Zeiten, in denen sich viele Schulen zu Ganztagesschulen entwickeln, kann durch neue Kooperationsmodelle zwischen Jugendarbeit und Schule eine klassische Win-win-Situation hergestellt werden: Sinnvolle Betreuungsangebote dienen der Schule und ihren Schülern. Durch die Tätigkeit unserer Mitarbeiter können neue Brücken in die kirchliche Jugendarbeit hinein gebaut werden.
Was ist Pais?
Pais ist ein Programm, das Schulen durch Angebote wie etwa Workshops, Arbeitsgemeinschaften oder Seminare unterstützen möchte. Im September 1992 wurde Pais-England von Paul Gibbs in Manchester gegründet. Mittlerweile arbeiten mehr als 100 Menschen bei Pais-Projekten in sechs verschiedenen Ländern (England, Wales, Nordirland, Thailand, Kanada, USA und Deutschland) mit. Für Südafrika und Ghana sind derzeit Teams in Planung. Seit 2002 gibt es Pais auch in Deutschland. 2003 wurde in Neumünster das erste deutsche Pais-Team initiiert. Im Laufe von nunmehr drei Jahren hat sich die Arbeit von verschiedenen Pais-Teams im Raum Neumünster bewährt und ist auf sehr positive Resonanz gestoßen. Pais-Deutschland ist ein anerkannter Träger für die Durchführung des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) und bietet jungen Menschen zwischen 16 und 27 Jahren an, ein solches FSJ zu absolvieren oder ihren Zivildienst zu leisten. Es besteht zudem die Möglichkeit, länger als ein Jahr bei Pais mitzuarbeiten.
Vorbereitung
Pais-Deutschland übernimmt die Verantwortung für die gründliche Ausbildung der jungen Menschen im FSJ und im Zivildienst zu Beginn ihrer Tätigkeit. Zu den Schulungsinhalte gehören unter anderem:
- Aufsichtspflicht
- Jugendschutzgesetz
- Planung und Durchführung von Unterrichtseinheiten
- Eigenverantwortliches Leiten von Gruppen
- Hausaufgabenhilfe und Beratung von Schülern in Schwierigkeiten
- Unterschiedliche Kulturen und Religionen
Pais in der Praxis
Die FSJ-lerinnen und FSJ-ler von Pais werden jeweils von einer Kirchengemeinde angestellt. Etwa 80 Prozent ihrer Arbeitszeit setzen sie als Pais-Team für die Arbeit in Schulen ein. Sie bieten dort nachmittags Workshops an, in welchen die Schülerinnen und Schüler ihren Begabungen und Interessen gemäß gefördert werden. So wird soziales Lernen ermöglicht und das Selbstvertrauen der Schüler gestärkt.Die restlichen 20 Prozent ihrer Arbeitszeit sind die Pais-Mitarbeiter in der Jugendarbeit ihrer jeweiligen Gastgeber-Gemeinde aktiv. Beispiele für mögliche Angebote in Schulen:
- Hausaufgabenhilfe
- Sportangebote
- Coaching im Bereich Hausaufgaben und Verhalten
- Seminar über Konfliktbewältigungsstrategien
- Mitwirkung im Religionsunterricht
- Musikalische Angebote
- Mitwirkung bei Schulgottesdiensten
- Aufbau von christlichen Schülertreffs / Schülerbibelkreisen
- Mitwirkung bei Klassenfahrten
- Mitwirkung im Unterricht
Alle Angebote bauen auf den christlichen Glauben und dessen Werte auf. Dazu gehört auch die Achtung vor unterschiedlichen Kulturen und religiösen Prägungen.
Leitungsstruktur
Das Freiburger Pais-Team wird von einer Gruppe erfahrener Mitarbeiter aus den Gastgebergemeinden begleitet. Angeleitet wird es von unserer Pais-Freiburg Koordinatorin Verena Schenkl, die als Sozialarbeiterin ihre pädagogische Erfahrung miteinbringt. Finanziell und ideell getragen wird das Projekt von der Evangelischen Allianz Freiburg und den Gastgebergemeinden. Den Schulen entstehen keine Kosten. Für einzelne Projekte werden Teilnahmegebühren erhoben. Gastgebergemeinden sind:
- Freie evangelische Gemeinde Freiburg (FeG)
- Liebenzeller Gemeinschaft + EC Jugendarbeit Bahlingen
- Evangelische Chrischona-Gemeinde Freiburg in Kooperation mit der Freien christlichen Schule Freiburg (FCS)
- Heilsarmee Freiburg
- Dreisam3, Evangelische Gemeinde mitten in Freiburg
Evangelische Allianz
Die Evangelische Allianz ist die älteste ökumenische Bewegung weltweit. Sie wurde 1846 durch Christen aus 12 Nationen und 52 verschiedenen Konfessionen gegründet. Ihr Ziel ist es für die Verbundenheit der Christen auch über konfessionelle Gräben und unterschiedliche theologische Positionen hinweg einzutreten, den christlichen Glauben auf Grundlage der biblischen Aussagen zu reflektieren und zu vertiefen und in Gebet und konkretem Handeln Verantwortung für Menschen und die Welt zu übernehmen. Auch in Freiburg gibt es ein seit Jahrzehnten wachsendes Netzwerk der Evangelischen Allianz. Gegenwärtig schließt es Christen aus 14 verschiedenen Evangelischen Gemeinden und Freikirchen, sowie aus acht christlichen Organisationen zusammen. Die Evangelische Allianz Freiburg ist derzeit als gemeinnütziger Verein organisiert. Neben der traditionellen Allianz-Gebetswoche und anderen Gebetstreffen veranstaltet die Evangelische Allianz Freiburg Open-Air-Gottesdienste und Großveranstaltungen. Es gibt einen Zusammenschluss der Jugendmitarbeiter der Gemeinden, ein übergemeindliches Netzwerk für Seelsorge- und Lebensberatung, sowie einen politischen Arbeitskreis. Und nun auch Pais, eine Initiative, welche Kindern und Jugendlichen zugute kommen soll.
BZ-Zeitungsartikel über Pais-Freiburg vom 5. Januar 2007
Artikel über Pais-Freiburg vom 6. April 2010